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Stand: 03.08.17. Artikel wird in unregelmäßigen Abständen ergänzt.

Warnung: 

Die nachfolgenden Texte erheben nicht den Anspruch, objektiv und milde gestimmt zu sein. Im Gegenteil. Was folgt, ist eine gnaden- und schonungslose Abrechnung – v.a. mit dem „Kunstbetrieb“ sowie dessen Auswüchsen und Perversionen.

Voll in Ordnung!

„Alles neu macht der Mai!“

In diesem Sinne standen heuer im Wohnzimmer umfangreiche Aufräum- und Umbaumaßnahmen an. Dabei drängte sich die Frage auf: „Welche von den vielen Dutzend Kunstbänden (zu verschiedenen Epochen und zahlreichen Einzelkünstlern) sollen künftig noch im neuen (deutlich schmaleren) Regal verbleiben?“

Übrig blieben letztlich neben mehreren Folianten zur Fotografie (die von vorn herein nicht zur Disposition standen) zwei Bücher über Goya sowie je ein Kompendium zu da Vinci, Caravaggio, Velázquez, Rembrandt, Vermeer, El Greco, Menzel, Turner, Duchamp, Ernst und Polke; ferner – abgesehen vom guten, alten Gombrich („Die Geschichte der Kunst“) – je ein Nachschlagewerk zur Deutschen Romantik, über den Realismus, zu Dada und zum Surrealismus.

Alle anderen Bücher – vor allem jene zur (klassischen) Moderne und besonders zur zeitgenössischen Kunst – landeten entweder bei „momox“ oder, wenn sie dort keinen monetären Wert erzieltenn, wahlweise in einem nahegelegenen Bücherschrank oder in der Papiertonne.***

Im Nachhinein verwunderte diese radikale Selektion.

Wobei?! Wie oft passiert vor einem zeitgenössischen Kunstwerk das, was der Autor regelmäßig etwa vor einem Michelangelo, Grünewald, van Dijk oder Ribera bekommt?

Eine Gänsehaut.

Pigcasso

Auf Youtube läuft ein Video, das eine malende Sau aus Südafrika zeigt: https://youtu.be/1pvwlhEUqFk

Verrückt, aber es gibt tatsächlich (nicht wenige) Käufer, welche die schweinischen „Schinken“ (auf Leinwand) für Preise teils über 2.000 Euro erwerben.

Wobei …

… sehen die Pinseleien vieler (menschlicher?) Maler (m/w) denn nicht oft noch stümperhafter aus als die bunten Ferkeleien des Borstenviehs?

Während es Pigcasso nach seinem versauten „action painting“ jedoch stets an den Futtertrog (seinen eigentlichen Lebensmittelpunkt) zurückkehrt, drängt es seine zweibeinigen Art-Genossen geradezu manisch in die Öffentlichkeit.

Es scheint eine Art Naturgesetz zu sein: je unzulänglicher und uninspirierter die Malerei, Graphik, Bildhauerei etc. ausfällt, desto größer ist das Selbstbewusstsein ihrer Schöpfer (m/w).

Und je größer das Selbst- und Sendungsbewusstsein, desto öfter schaffen es diese (wirklichen) Ferkeleien in Ausstellungen, Kunstmessen und öffentliche, d.h. in der Regel von Steuergeldern finanzierte Sammlungen.

In der Körperzelle des Menschen finden sich 46 Chromosomen, in jenen des Hausschweins (Sus scrofa) dagegen nur 38.

Mutmaßlich befindet sich auf diesen 8 Chromosomen ein Gen (und somit die Erklärung dafür), warum Pigcasso seine Scheisse im Stall oder auf der Wiese belässt, während der Homo (von wegen!) sapiens sapiens diese gern anderen zeigt (und damit dem Kleinkind ähnelt, welches in der „analen Phase“ stolz seine „Kacka“ präsentiert).

Was unterscheidet Mensch und Tier?

Als Antworten fallen häufig, dass der Mensch über sich, sein Tun und Sein nachdenken kann; dass er nicht (primär) angeborenen Trieben und Reflexen folgen muss, sondern planvoll, sich selbst beobachtend und regulierend handeln kann; dass der Mensch befähigt ist, allgemeine Prinzipien und Werte zu aufzustellen (oder – von zweiter Hand erarbeiteten bzw. vorgegebenen – zumindest zu folgen), die sein Tun – auch moralisch – leiten.

Last but not least seien es diese intellektuellen Kapazitäten, die es dem Mensch ermöglichten, (zivilisatorische und kulturelle) Techniken zu entwickeln, die im Laufe der Evolution immer ausgefeilter und komplexer wurden.

Solche allgemeinen und „höheren“ Prinzipien sind Pigcasso – um im Bild zu bleiben – scheißegal. Folglich pinselt er ohne jegliche Selbstbeobachtung und -beherrschung sowie bar jedweder handwerklichen Kriterien bzw. probaten Darstellungsweisen einfach wild darauf los.

Jedoch nicht nur er.

Während Pigcasso seiner Natur gemäß aber schlicht nicht anders kann, wären Vertreter (m / w) – etwa der „gestischen Malerei“ – prinzipiell sehr wohl in der Lage, reflektiert vorzugehen.

Bezeichnend, dass sie es nicht tun.

Mon(k)ey Time

Zwischen Hochmut und Demut steht ein drittes, dem das Leben gehört, und das ist der Mut. (Theodor Fontane)

*** Nachdem es wegen eines ausgeblichenen Buchrückens bei momox nicht verkäuflich war und in den Wirren des Wohnzimmerumbaus offenbar verlegt (sic!) wurde, fand sich zu Beginn des Abbaus des alten Regals auf dem Möbel – zur allgemeinen Überraschung und Verlegenheit – ein TASCHEN-Buch über die Kunst des 20. Jahrhunderts. Seither stellt sich – frei nach Polke – die Frage, ob „höhere Mächte“ befahlen (und wenn ja, warum?), dass dieses „Druckwerk“ der Aussortierung entging? Und solange diese Frage nicht endgültig beantwortet ist, bekommt der Wälzer halt eine Gnadenfrist.

 

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